Raumblenden – Shutters


Raumblenden - Shutters

2020 | Installation for the exhibition at Galerie Rudolf Leeb, January to April 2020. Photo credits for photo 1, 3 and 4: Anna Sophia Rußmann.

Consists of the painting Strafe XII (Ulenspigel) (2020), the series Anticipation and absence (2019/20) and objects from my Artist Residency in Indonesia.

Die Ausstellung Raumblenden setzt sich mit dem Dispositiv von Raum und seiner Konstituiertheit auseinander. Welche Möglichkeiten gibt es, um Räume darzustellen und wie greifen künstlerische Verfahrensweisen gleichzeitig in die Verdeckung oder Verblendung von Räumen ein bzw. lassen gewisse Sichtachsen zu und andere wiederum nicht? […]

Wie die Fotografie bestimmt auch die Malerei die Sichtweisen auf Räume. Wenngleich einst die Malerei als direktes Mittel zur Abbildung der Natur bzw. des Umraumes diente, so wird hier seit 180 Jahren die Fotografie als Zwischenstufe eingeführt, die einen visuellen Kontakt zu räumlichen Strukturen herstellt und das reale Sehen durch ein mediales ersetzt. Die Malerei gilt somit nicht länger als primäres Ausdrucksmittel der Kunst, sondern muss sich anderen Medien stellen, um neue Betrachtungsweisen auf die Realität zuzulassen. Diese reflexive Haltung führt andererseits dazu, dass Räume als Module verschachtelt und dem freien Blick entraubt werden. Schichten und Überlagerungen bzw. Blenden greifen ineinander über und referenzieren eine virtuelle Welt, die den Versuch startet, aus einer zweidimensionalen in eine dreidimensionale Dimension vorzudringen.

(Text: Walter Seidl, Kurator der Ausstellung)