Ahnung und Abwesenheit


Ahnung und Abwesenheit (Anticipation and absence)

2019/20 | oil on paper on canvas, 50x60cm

Die Erde selbst ist bekanntlich ein Trümmerhaufen vergangener Zukunft, und die Menschheit die bunt zusammengewürfelte, sich streitende Erbengemeinschaft einer numinosen Vorzeit, die fortwährend angeeignet und umgestaltet, verworfen und zerstört, ignoriert und verdrängt werden muss, so dass entgegen landläufiger Annahme nicht die Zukunft, sondern die Vergangenheit den wahren Möglichkeitsraum darstellt.

Judith Schalansky, Verzeichnis einiger Verluste (2018)

Die Serie Ahnung und Abwesenheit ist eine visuelle Spurensuche. Die Motive dafür finde ich in meiner unmittelbaren Umgebung, meinem Studio.

Gemalt sind die 13 Bilder auf den Seiten des Buchs Verzeichnis einiger Verluste von Judith Schalansky. Der Roman beschäftigt sich in 12 Kapiteln mit Verlorenem, Vergessenem, Weggeworfenem und Ausgestorbenem. Jedes der Bilder ist auf Seiten eines Kapitels (inkl. Vorwort) gemalt und sucht auf dem Wege der freien Assoziation Verbindungen zum Inhalt dieses Kapitels.

Durch die Dopplungen und Wiederholungen, die in den Bildern auftauchen, ordnen sich diese – gleich einem Buch – in ein Narrativ ein und erzeugen Querverweise, die über die einzelnen Werke hinausgehen. So entsteht auch eine Verbindung zur Serie Strafe, die Bilder von Bildern im Prozess ihrer Entstehung zeigt und so ebenfalls den Arbeitsraum als Projektionsfläche nutzt.